Zu was sind Verbände alles nütze?

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logisch
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Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von logisch » So 4. Mai 2008, 20:15

Nachdem das mit den Verbänden, von denen es ja offenbar schon längst
wieder zu viel für den LD geben soll, hier im Forum immer mal wieder
ein Thema ist, spendiere ich dafür mal ein Start-Posting.

Es kann heiss werden und rund gehen, also schnallt euch besser mal an. :roll:

Linedance einerseits ist Breitensport - und so manches Turnier, das alle
anregt mit zu machen gibts auch. Ob das jetzt die Bayern-Challenge ist,
die in Raisting ihr scheinbar feste Domizil hat, oder eine Meisterschaft,
die für eine größere Region, Nord/Süd/etc. Bundes/Landes/EM/WM gedacht
ist - die Auswahl dabei ist groß fürs Angtreten - und die Zahl der Verbände
die sich hier auf den verschiedenen Ebenen tummeln ebenfalls.

Und kaum steht Breitensport im Vordergrund, schon stehen auch schon
zig gewöhnliche Sportvereine (die ja die größten Vereine von D sein sollen)
automatisch auch auf der Liste, da nicht ganz wenige davon auch eine
Tanzabteilung haben und diese mehr oder minder gut bedienen.

Soweit ist das alles noch nichtmal dramatisch oder irgendwie kritisch...

Kritisch wirds erst, wenn sich die Teilnehmer besser in einer Disziplin
auskennen als die Wertungsrichter, oder wenn in der Vereinsführung
die Zeit garnicht da zu sein scheint um die Basis-Infos fliessen zu lassen
(Stichwort Süddeutsche Meisterschaft 2008).

Es ist schwer zu sagen ob es an den Vereinsspitzen liegt kann,
wenn z.B. die Paartanz-Disziplinen mit nur einem Mann für ca. 8 Damen
durchgeführt werden müssen (siehe Berlin Open 2008) oder
wenn manche Disziplinen gerade mal mit einer Startnummer belegt sind.
Wo klemmt da was? Es tanzen doch garantiert ein paar 10.000 Leute in
der Republik Linedance - und wo kommen die PReisträger her? Zu einem
nicht unerheblichen Teil aus dem Ausland - und wir sind am Ende sogar
noch froh darüber dass sie zu uns kommen, sonst könnten wir doch fast zumachen, oder?

Und wenn so mancher Zeitgenosse wettert, dass auf den Turnier-Events,
die ja eigentlich doch mit "Country & Western Dance" überschrieben sind,
schon fast mehr Non-Country als Country in der Musik-Auswahl erscheint,
dann bleibt doch als alleiniges Merkmal für C&W Events gerade mal diese
fast unsäglich "nutzlosen" Cowboy-Boots und ab und gelegentlich ein Hut übrig.
Nachdem doch jeder für sich tanzt, ist das ja auch kaum mehr als LD
Dann kann man auch gleich auf eine ganz normale Tanz-Meisterschaft gehen.

Linedance ganz für sich als Sport wird einfach ausgeübt. Dennoch klebt
der C&W "Täufer-Segen" noch gewaltigst am selbigen Sport.
Die Kompromissformel scheint nicht wirklich vom Himmel zu fallen.
Und mit Modern Linedance ist sie wohl auch noch nicht ganz definiert.
Die aktuelle Ur-Schiene mit den ganzen C&W Events und den guten
alten Musikern sowie Musik-Anhängern (als Gäste und Tänzer)
zu "verraten" - das kann es doch nicht sein, oder ist genau das nötig?

Ja also echt, es ist eine Identitätsfrage - die uns alle in Frage stellt.
Komisch nur, dass so viel ganz unten gemacht wird - nur das alles
was dort so passiert zu begreiffen und in Worte zu fassen die das
beschreiben und für alle gefällig moderieren - das könnte man
durchaus als eine Vereinsaufgabe irgend eines Dachverbands betrachten.

Wir wissen nicht wer wir sind, aber wir sind. Tja, schon ein arges Dilemma.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Mo 5. Mai 2008, 08:02

logisch hat geschrieben: ...spendiere ich dafür mal ein Start-Posting....

Das hättest du mal besser lassen sollen.
Tiefe, heißt es, geht vor Breite. Lieber ein Detail wirklich aufgeklärt und abgehakt, als alles und jedes mal kurz gestreift.
Ich lass' deshalb alles weg und tu so, als hättest du nur die letzten zwei Sätze geschrieben... :lol:

....Und mit Modern Linedance ist sie wohl auch noch nicht ganz definiert.
Die aktuelle Ur-Schiene mit den ganzen C&W Events und den guten
alten Musikern sowie Musik-Anhängern (als Gäste und Tänzer)
zu "verraten" - das kann es doch nicht sein, oder ist genau das nötig?
...
Ja also echt, es ist eine Identitätsfrage - die uns alle in Frage stellt.....

Geh' doch mal deine Wortwahl durch: "Modern Line Dance", "Aktuelle Ur-Schiene", "gute alte Musiker".
Das ist doch ein ziemlich paradoxes Gemenge, oder?

Line Dance ist, da grad mal vor 30 Jahren erfunden, in Deutschland erst seit 20 Jahren bekannt und noch immer nicht verbreitet, schon von vorne herein "Modern"!
Daran könnte erst gezweifelt werden, wenn wir so lückenlos und umfassend organisiert sind, wie die Fußballer.

"Ur-Schiene" und "Aktuell" sind Widersprüche in sich.
Es sind vor allem Begriffe, die von dem oben Gesagten zeugen. Sie verbildlichen eine Unsicherheit, die genau durch den Mangel an Organisiertheit, durch dadurch fehlende Orientierung entsteht. Ist trauriges Ergebnis der Sinn- und Orientierungssuche der Blinden bei den Einäugigen. Internet-Beliebigkeit, Foren-"Bestäubung", "IG"-Säkularisierung und anderen Halbheiten.

Schau dir die Rauss' an, Susi Schalewa, mich, Matthias, und, und, und.
Diejenigen, die "schon immer", sagen wir (hilfsweise), "verbandsnah" gedacht und gehandelt haben, die spielen alle vom selben Blatt.
Natürlich haben die alle verschiedene (sport)politische Ansichten und divergierende (persönliche) Zukunftsvorstellungen. Im Grundsätzlichen sind sich aber alle einig. Zu Herkunft, Entstehen, Wesen, Gehalt, Möglichkeiten und Grenzen unseres Sportes gibt es da keine zwei Meinungen. Die betreiben alle den gleichen Sport auf gleiche Art mit dem gleichen Background.
Diese Einheitlichkeit der Auffassungen ist aber nicht unbedingt an einen Verband gebunden (das ist eher umgekehrt, Verbände spiegeln ihre Mitglieder wider).

Sie ist eher die Folge gründlicher Distanzierung. Ergebnis deines "Verrates".
Sobald man sich mal wirklich fragt, was genau man treibt und warum so und nicht anders. Sobald man nachforscht statt nachzubeten. Sobald man erkennt, dass 'Tanzen' etwas sehr Tiefgründiges ist, dass es allgemeine Regeln hat, dass es lehr- und lernbar ist, das es eine riesige Tänzerfamilie gibt. Sobald man sich da auf den Weg macht, fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Dann erkennt man, Zusammenhänge und Abhängigkeiten, Verbindungen und Herleitungen - und man erkennt, dass die nichts, aber auch garnichts mit Reiten, Hufeisen, Strohballen, Kakteen, dem Marlboro Man, John Wayne, Lassowerfen, Cowboyhüten oder Reitstiefeln zu tun hat!
Das es aber eine Community von Tänzern gibt, die einen unterstützt, anleitet, hilft.
Dann verschiebt sich das eigene Koordinatensystem. Dinge, die einem wichtig waren, verschwinden aus dem Blickfeld. Dinge, die man unbeachtet hat liegen lassen, greift man auf. Talente, die unwichtig waren, gewinnen an Bedeutung.
Und irgendwann stellt man fest, dass die Erde von der Scheibe zur Kugel wurde, ohne, dass wer heruntergefallen wäre :mrgreen: !
Das ist kein Verrat, das ist eher 'Satori' - die spontane Erweckung 8) .
Es ist ein Akt der Emanzipation, der Befreiung.
Aus dem "schmerzlichen Abschied" wird ein freudiger Aufbruch.

Und - das ist das Schöne - es geschieht überall.
War vorgestern auf 'ner Line Dance Party im "hintersten" Bayerischen Wald.
Ganze 2 von 150 Anwesenden trugen 'nen Hut. 80% trugen Sneakers u.ä.
Ein gutes Drittel hatte sich "schick gemacht" und trug "Disko"-Klamotten.
Es gab Wunschrunden. Electric Slide wurde gewünscht und 147 Gäste blieben unwillig sitzen!
Der ganze Haufe bemühte sich, durchaus mit Erfolg, um Rise & Fall beim Waltz und um Cuban Hips beim ChaCha.
Jede Menge Anwesende haben versucht Armbewegungen und Intra Body Motions abzugucken.
Da hat man das "Erwachen" vorgeführt bekommen.

Servus
Georg
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von logisch » Mo 5. Mai 2008, 11:46

Der Vergleich mit der runden Erdkugel gefällt mir. :)

Und ich glaube sogar dass ich dein gestriges Event im tiefsten Wald
schon eine gute Weile auf meinem Termin-Radar mal kurz blinken gesehen habe.
Der Bericht hats schön illustriert, was dort drüben Stand der Dinge im Tanz ist.

Wie evtl. bekannt, hat es mich zu selber Zeit auf einen der leicht
höhren Gipfel des schwarzen Waldes verschlagen, zu einem Künstler-Duo,
das sozusagen für den Frühschoppen gespielt hat, auch wenn er ca. von 11 bis 17 Uhr ging.

Es gab ne gute Mischung aus vielen Musikstilen - man konnte viel tanzen, auch
wenn ganz klar durch die Tage davor schon ettliche Beine zum wund werden
tendierten - man war also ein wenig gezwungen Tänze aus zu wählen und
nicht alles zu tanzen. Die Band kam dem irgendwie entgegen, weil sie dann
eine sehr lange dritte Runde hatten, die mit viel two-step und Latin für Paar-Tänzer
eigentlich höchst optimal war und ausserdem noch sehr schön gespielt wurde.

In den Pausen dann auch sonstige LD-Musik von Tonträger - auch mal im
Zuschnitt einer der Gruppen, sprich also auch ein bischen Show und Tänze
die weit über die Ausrichtung der Live-Band hinaus gingen. Dem Publikum gefiels auch.

Um es kurz zu machen - die Linedancer machten einfach Pause, also ob das
Reportaire hierzu nicht vorhanden gewesen wäre. Und da waren schon Leute
dabei, die einerseits ganz schön viel Tanzerfahrung inkl. Paartanz haben bzw.
andererseits auch ganz schön lange schon LD tanzen. Das alles vor einer
Tanzfläche, die lückenlos ist, aber auf der ein volles Apfelschorle nicht überall
der Hangrichtung sicher würde trotzen können.

Tanzverrückt wie meiner einer manchmal doch noch ist, gabs dann ein Solo-Medley
mit CCS, Bread & Butter sowie dem Sugar & Pie - darauf folgte dann der ganz neue
Cha Cha von Martina aus dem Vortags-Workshop - und als die Musik dann doch noch
einen Walzer-Takt anstimmte noch eine Berg-und-Talfahrt mit einem eher schnellen
Waltz across Texas - einfach ein Versuch und das Rise & Fall wollte trotzdem klappen,
auch wenn der Tanz für gewöhnlich eher eines der getrageneren Stücke sein dürfte.


Ich denke unterschiedlicher zum bayr. Wald konnte die Veranstaltung kaum mehr sein.
Möglicherweise seid ihr da drüben schon ein oder zwei Jahre weiter. Kann auch sein,
dass hier die Szene gerade vom starken Kontrast zum Paartanz profitiert, eben weil
es nicht Paartanz sein soll. Na mal sehen wie lange es dauert um die beiden Formen
doch wieder zusammen wachsen zu lassen - der Unterschied ist sicher auch ein expressiver.
Manch einer möchte einfach auf LD hin ein bischen "abrocken", andere wollen sich nur
bewegen, und wieder andere wollen wohl das Händchenhalten umgehen aber dennoch tanzen.


Mit Martin und Martina haben wir in der Südwest-Ecke ein wirklich gutes Fundament.
Und sie sind nicht erst seit gestern dabei ihr Wissen weiter zu geben und an zu regen.
Für die Gruppen ist es letztendlich entscheidend das ihre Trainer hier Vorbild geben.
Das ist die Bezugsperson, die man am häufigsten vor Augen hat - egal wer neben
einem Tanzt oder wo immer man sich sonst noch übers Parkett bewegt und Leute trifft.

Mit der TGV gibts mittlerweile so eine Art verstärktes Kennenlernen und auch mit den
dort ausgetauschten Tänzen und den Kontakten besteht zumindest der Funke einer
Chance dass sich auch die direkten Kontakte und der Wissensaustausch verstärken.
LD im Südwesten ist eine Art Inselleben, da gibts grad mal eine Autobahn, und die führt von
Stockach bis Stuttgart - alles andere ist zähe Wegstrecke über schwäbisches Alpenland
oder gar durch den noch zerklüfteteren Schwarzwald. (Für mich liegt z.B. Calw 3 h weg
von der Heimat, und das ist fast noch ein Stück weiter als es Regensburg für mich ist.)


Zum "aktuellen Ur-Linedance" - ich meinte den Fakt dass manche den LD zum C&W Genre
zählen und dass sie das als die offizielle Version an den Rest der Welt verkaufen.
Dass es davor schon eine Disco-Szene gab die das praktizierte (siehe Film: Saturday Night Fever)
oder dass manch einer sogar französische "Polonaise" Tänze hier als Ur-Form sieht - mag trotzdem so sein.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Mo 5. Mai 2008, 14:23

logisch hat geschrieben: ...dass manche den LD zum C&W Genre
zählen und dass sie das als die offizielle Version an den Rest der Welt verkaufen.....

Ja. Und denen muss man die Deutungshoheit bestreiten.
Nicht die John Waynes bestimmen, was Line Dance ist oder nicht und nicht die Westernreiter bestimmen, wie er ausgeführt gehört. Er findet auch nicht im Saloon statt, sondern im Tanzsaal.
Was Fußball ist und wie er ins Stadion kommt, das bestimmt der Deutsche Fußballbund und nicht die 5 Halbstarken mit der Bierdose am Hinterhof. Egal wieviel Spaß die dabei haben - Fußball ist was anderes. Und das wissen die fünf Halbstarken.
Es wird Zeit, wir eine ähnliche Einsicht unseren John Waynes abfordern. Tanzen können sie was und wie sie wollen und nicht können. Aber die Sinnstiftung, die Vertretung nach außen, die Deutungshoheit, die kommt ihnen nicht zu.
Sowas muss marginalisiert werden, damit sich unser Sport etablieren kann. Und das geht nur mit der Bereitschaft nicht nur "A" zu sagen und sich weiter zu bilden, sondern auch "B" zu sagen und sich wie die anderen 20 Millionen Sportler auch, vernünftig zu organisieren (statt in irgendwelche "IGs" auszuweichen).

Servus
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Bumi » Mo 5. Mai 2008, 15:14

Also auch hier bei uns im Wilden Westen aendert sich scheinbar einiges.
Wir waren in 2 verschiedenen LD Gruppne. Die eine tanzte mehr auf Country Musik
was mir persoenlich viel besser gefallen hat. 80% mit Boots aber nur 2 - 3 Huete.
DiMit dieser Gruppe koenen wir aus zeitlichen Gruenden leider nur sehr selten tanzen.

Die andere Gruppe "Letsdance Rockaway" zu der wir regelmaessig gehen, tanzt zwar
auch auf andere Musik, es hat aber ebenfalls etwa 80% Boots und etwa 10% Huete,
was dem Linedance in meinen Augen mehr gerecht wird. Aber das ist Ansichtssache.

Das einzige Problem, welches wir in dieser Gruppe haben, sind so etwa 4 Damen die sich
irgendwie als Ballerina's sehen und mit den Fluegeln schalgen als wollten sie gleich abheben.
Das ist ja schoen und gut wenn ihnen das Spass macht, nur ist es fuer den Taenzer der sich gerade im Fluegleschlag befindet u.U. etwas geafehrlich wenn er sich nicht im richtigen Moment duckt um dem Fluegelschlag zu entkommen.

Country Musik hat uns zum Linedace gebracht, da es aber nun mal viele Teenager in
dieser Gruppe hat, aendert sich eben auch die Musik. Ich habe damit kein Problem solange
die Country Musik beim Linedance immernoch die Hauptrolle spielt.
Und in meinen Augen geheoren da eben auch Boots und Hut dazu.


i.A. John Wayne hihi
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Mo 5. Mai 2008, 16:23

Bumi hat geschrieben: ...Die eine tanzte mehr auf Country Musik
was mir persoenlich viel besser gefallen hat. 80% mit Boots aber nur 2 - 3 Huete....

Also ich habe viel Zeit im Süden, vor allem in Virginia (Norfolk) und Floreida (Tampa) zugebracht.
In beiden Städten gab es mehrere Line Dance Teacher und deren Gruppen.
Da war keinerlei Unterschied zu meiner Gegend Deutschlands feststellbar. Niemand hatte da Boots und and niemand hatte 'nen Hut auf (ausgenommen der 'bloody German' beim ersten Mal).
Alle haben selbstverständlich ihre Arme beim Tanzen eingesetzt - dazu hat man sie schließlich - und die Musikauswahl war die gleiche, die zu der Zeit auch in "meiner Ecke" Europa's vertanzt wurde. Und das waren aller-, allerhöchstens 50% Country Music.
Ich bezweifele sehr, dass solche Einzelbeobachtungen tatsächliche "Beweiskraft" haben. Ich könnte heute Abend auch zu den hiesigen "John Waynes fahren", um festzustellen, dass es sie noch immer gibt. Das sie alle Boots an haben und alle 'nen Hut auf. Den meisten hängt sogar 'n Hanky aus der Gesäßtasche und um den Hals baumelt ein Polotie. Trotzdem gilt: In Regensburg ist Line Dance kein Teil irgendwelcher Subkulturen.
Es ist ein erfolgreicher Teil der hiesigen Tanzssportszene. Jede Tanzschule kennt uns, jeder Tanzspoprtverein, von Rock 'n Roll bis Bauchtanz, unterhält freundschaftliche Beziehungen zu uns. Man besucht und schätzt sich.
Keiner meiner Tänzer besitzt auch nur einen Hut. Dafür ist einer ist Trainer für Rock 'n Roll, einer für Jazz und Modern Dance, habe ich zwei StaLat Paare, viele Step- und Irish Folk Tänzer, ein paar Balletteusen und ein paar Nur-Line-Dancer.
Drei oder vier sind Country Music Fans - die anderen 50 haben andere Vorlieben.
Einig sind sie sich, dass sie tanzen wollen und das das nicht den allerkleinsten Berührungspunkt mit dem 'Cowboyclub von 1960 e.V., Regensburg' liefert. Weswegen der Cowboyclub sich um "Amerikanistik" im Saloon kümmert und mir seine Damen zum Tanzsporttraining schickt. Die eigenen Ambitionen diesbezüglich hat man mangels Kompetenz längst aufgegeben....

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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Bumi » Mo 5. Mai 2008, 16:50

da liegt fue rmich eben der Unterschied. Wenn ich Rumba, Tango,Foxtrott, Disco Fox, Samba, Walzer, Wiener Walzer,Cha Cha Cha, Jive oder Rock'n Roll tanzen will mach ich das auch und geniesse es natuerlich schliesslich habe ich das auch bis zum Gold gelernt, was auch Spass.

Wobei Country Linedance eben auch was fuer sich hat und wunderbar mit meiner Liebe zur Country Musik zusammenpasst. Wir tanzen natuerlich auch Partnertaenze nicht nur Line.
Wenn ich wir wie soll ich sagen, hier heisst es Ballroomdancen gehen dann mahen wir das auch.
Wenn ich aber Linedancen gehe gehoeren Boots und Hut dazu (zumindest fuer mich, jedem das Seine) ich versteh gar nicht warum Ihr da so einen Wirbel drum macht.
Wie gesagt hier tragen 80% Boots und 10% Huete wenn es auch in in Virginia (Norfolk) und Floreida (Tampa) nicht so war. Und mit Sicherheit ist die Rate der Boots und Huttraeger
in Tennessee oder in Texas hoeher. Warum auch nicht und wenn einer mit Sneakers geht - warum auch nicht wenn das bei dem Stomp oder Brush auch nicht so gut klingt.
Das einzige was mich in Deutschland an Country Festen etwas stoert ist die Confedarate Flag
Confedarate.gif
Confedarate.gif (944 Bytes) 16081 mal betrachtet
Diese Flagge ist eher etwas fuer Rednecks und wer moechte schon gerne Redneck genannt werden :2:

Ich weiss nicht was das mit Linedance zu tun hat. Das Problem liegt aber glaubich mehr
daran, dass die Meisten den Hintergrund dieser Flagge gar nicht kennen, deshalb sehe ich das auch nicht so eng.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Mo 5. Mai 2008, 17:04

Bumi hat geschrieben: da liegt fue rmich eben der Unterschied. Wenn ich Rumba, Tango,Foxtrott, Disco Fox, Samba, Walzer, Wiener Walzer,Cha Cha Cha, Jive oder Rock'n Roll tanzen will mach ich das auch ...

Ja. Und zwar mit Line Dance Choreographien für Rumba Musik, für Tango Musik oder für Jive oder Boogie Woogie etc.
Das sind doch keine Gegenstücke zum Line Dance, sondern dessen Ausformungen.

...Country Linedance eben auch was fuer sich hat ...

Was soll Country Line Dance sein?
Line Dance ist doch nur eine Aufstellordnung. Technisch ist es Standard und Latein ohne Lead&Follow aber mit größerer Rhythmenvielfalt, weil Nightclub Twostep und Westcoast Swing hinzukommen.

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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von ar_thomas » Mo 5. Mai 2008, 17:07

Also Boots hab ich gar keine.
Zum tanzen zieh ich Tanzschuhe an.
Hut hab ich schon manchmal auf, jedenfalls bei Country Nights...
Obwohl, am Abschlussball von der Tanzschule hat ich ihn auch auf, obwohl es da natürlich mehr nach Blues Brother als nach Cowboy aussieht :mrgreen:

Nachdem ich Cha cha in der Tanzschule gelernt hab, hab ich mich gleich gewundert, warum so viele Line Dances, die Cha Cha heißen nicht mit 2, 3, 4&1 getanzt werden. Aber ich muss auch zugeben, dass ich ausschweifende Armbewegungen schon merkwürdig fand.

Wir tanzen in unserer Gruppe zu Country, Country-rock und manchmal rock. Ich selber höre am liebsten Rock-Hardrock-Metal und ein bisschen Jazz. Aber ich kann mit der meisten Musik leben, außer Hip Hop, Techno und manche Ausnahmestücke.


Gruß Thomas

p.s. zu Vereinen kann ich nix sagen:D:D
Contaminated waters
Pollution and decay
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Oh will we learn someday?

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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Bumi » Mo 5. Mai 2008, 17:27

Georg scheint Alles auf die Goldwaage zu legen - hi

Ich habe ja nicht gesagt dass es Gegenstuecke sind es ist fue rmich nur
eine andere Art zu tanzen. Nicht besser oder schlechter aber eben anders.
Ein Standardtanz wie Walzer oder Wiener Walzer faengt normalerweise
mit dem rechten Fuss an. Waltzing in the Pines oder Rita's Waltz zum Beispiel
beginnen mit Links das hat mich Anfangs immer verwirrt.
Wir tanzen z.B. auch Waltzing Matilda, Down on the Corner, Simplimente, Happy Radio,
Tepmtation etc etc das sind ja nun wirklich keine typischen Country Songs zu den Tanezen.
Und auch das macht Spass selbst in Boots und Hut :2: :2:

Mir macht beides Spass aber ich verstehe immernoch nicht warum das so ein
Problem fuer manche darstellt wenn man mit Boots und Hut auf die Tanzflaeche geht :roll: :roll:
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Mo 5. Mai 2008, 18:02

Bumi hat geschrieben: ... es ist fue rmich nur eine andere Art zu tanzen.

Und das ist es halt gerade nicht!
Jedenfalls habe ich bislang völlig unwidersprochen behauptet, Line Dance sei nichts anderes als Paartanz ohne Partner. Technisch wirkt sich das nur beim Drehen aus. Ansonsten gilt: Was im Paartanz zu fordern ist, ist auch in Line Dances gleichen Rhythmus' zu fordern und was im Paartanz falsch ist, das ist auch im zugeordneten Line Dance falsch.
Es ist also keine andere Art zu tanzen, es ist, ganz im Gegenteil, genau die gleiche!

...Ein Standardtanz wie Walzer oder Wiener Walzer faengt normalerweise
mit dem rechten Fuss an.

Da frag' mal deine Frau, ob die nicht gänzlich gegenteiliger Meinung ist... :7:

...Tepmtation etc etc das sind ja nun wirklich keine typischen Country Songs...

Nein. Sag' ich ja. Dafür, dass man mit Freude tanzen kann, ist die Musikrichtung ohne jede Bedeutung.
Entsprechend gibt es auch keine "natürlicherweise" bevorzugte Musikrichtung für Line Dance. Auch nicht die Country Music.


...ich verstehe immernoch nicht warum das so ein
Problem fuer manche darstellt wenn man mit Boots und Hut auf die Tanzflaeche geht ...

Du lebst nicht in Deutschland, gell?
Niemand hat etwas dagegen, dass sich jemand als "John Wayne" verkleidet und immerwährenden Karneval spielt.
Die meisten Deutschen empfinden das halt als deplaziert und ein wenig schrullig. Vielleicht belächelt man den Verkleideten ein wenig, aber das war's auch schon.
Nur haben es die John Waynes verstanden, der deutschen Öffentlichkeit weis zu machen, man müsse sich zum Line Dance so ausstaffieren. Dazu "brillieren" solche Leute mit allen möglichen weiteren Eigentümlichkeiten. Von einem hiezulande suspekten Hang zu Hieb-, Stich- und Schußwaffen bis zu einer subkulturellen Sauf"kultur" und einer typischerweise sehr unreflektierten Bewunderung für alle möglichen Entgleisungen amerikanischer Politik in Vergangenheit und Gegenwart. Da kommt auch deine Rebel Flag ins Spiel :4: ...
Die reicht denen übrigens nicht. Um Mitternacht wird oft die battlehymn of the republic (Dixie) gespielt und von den Anwesenden erwartet, dass sie aufstehen, den Hut abnehmen und so tun, als würde eine Staatshymne gespielt.
Das und mehr meine ich, wenn ich von Hut und Stiefeln rede. Das ist eine Subkultur, die auf neue Tänzer abschreckend wirken kann und tatsächlich wirkt. Und zwar auch dann, wenn unter dem Hut vielleicht ein ganz patentes Kerlchen steckt...

Deswegen, so bin ich überzeugt, gehört den John Waynes grundsätzlich widersprochen, wenn sie versuchen sich unseren Sport "unter den Nagel zu reißen". Und alle emanzipierten Tänzer sollten sich aktiv von dieser (frei nach Ronny Grabs) "Kauntrie-Sekte" distanzieren. Sonst sind wir in Deutschland nicht "kampagnenfähig". Können uns im Wettbewerb um den fürs Tanzen zu begeisternden Nachwuchs nicht "am Markt" halten...

Servus
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von twiety » Mo 5. Mai 2008, 18:19

:5: ich denk es geht hier um das Thema Verbände, und wozu gut?? und nicht um das alte Bild(leidige Thema), C&W Tanzen oder "Modern" Linedancen ob mit Sneakern oder Boots und Hut??!!


Also, dazu mal meine Anmerkung....ich hab angefangen mit Stiefeln, aber immer ohne Hut, anfangs zu Coutry Music getanzt, heut zu allem was mir gefällt,
ebenso tanz ich heut mit Sneakern (bequemer, gesünder für die Füße) zieh keine C&W Klamotten mehr an (als einziges ist Jeans und Buckel geblieben) sondern lieber in T-Shirt/Top, zur Party auch mal Strass und/oder Glimmer, ich "versuche" ordentlich zu tanzen, Fußpositionen zu halten und die Motion hin zu bekommen......ABER ich werd NIE in einen Verein eintreten oder sonst irgendeinem Verband angehören!!

Mir ist diese ganze Vereinsmeierei zuwider, das ist so und bleibt so, FAKT!

Ich geh auch nicht, nur weil ich nen Hund hab, in einen Hundeverein, oder in einen Schwimmverein, nur weil ich gerne Schwimme usw....

Das hat aber gar nichts damit zu tun, wie ich was auch *ordentlich* mache!!
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Säkularisierung?? :shock: immer diese Fremdwörter!! pff :roll:
Ich find die IG super, weil ich damit ganz frei und ohne Klimbim meine Vorliebe zu Tanz / Musik und Spaß zum Ausdruck bringen kann! Und die "Anhänger" dieser sind mit mir auf einer "Welle" :2: :6:

Forenbestäubung :shock: ist doch toll!! :2: überleg mal, was damit schon erreicht wurde!!!
LG Ute

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Pflichten entstehen dadurch, daß man nicht bezeiten nein sagt.Bild

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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Mo 5. Mai 2008, 18:40

twiety hat geschrieben: :5: ich denk es geht hier um das Thema Verbände, und wozu gut??

Darum mag es dir ja gehen. Und dir mögen manche Wendungen des Themas verleidet sein - aus der Welt sind sie damit nicht. Und deswegen bleiben sie mein Thema!
Es geht um die Frage, ob eine bessere Organisierung der Line Dancer auch zu einer Sinnstiftung in der Auseinandersetzung um Fragen wie Line Dance ausgeführt werden soll, wo es hin und wo es nicht hingehört. Was dazu passt und was nicht. Usw, usw, usw...


...ABER ich werd NIE in einen Verein eintreten oder sonst irgendeinem Verband angehören!!...

Ja. Und deswegen werde ich nie und nimmer zum Schweigen kommen.
Sondern solche Trittbrettfahrerei als solche auch ansprechen. Ist wie mit der Gewerkschaft - zum Betriebsrat geht man schon, wenn man Ärger hat, die Gewerkschaftsbeiträge spart man sich aber lieber...
Gilt für Katzen, Hunde usw natürlich sinngemäß.
Man kann nicht mitmachen wollen aber sich gleichzeitig als "Ohnemichel" gerieren.
Das heißt können kann man schon, leider. Aber nur, weil "die Anderen" weiter denken und deinen Part mit übernehmen.

Und genau wegen dieser "Nischenbildung" für die Ohnemichel ist mir diese IG so unsymphathisch.
Es gibt aufs Ganze gesehen nämlich keine zwei Wege! :5:

Servus
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von twiety » Mo 5. Mai 2008, 19:02

Georg Kiesewetter hat geschrieben:
twiety hat geschrieben: :5: ich denk es geht hier um das Thema Verbände, und wozu gut??

Darum mag es dir ja gehen.----> :5: Nö, war die Überschrift :)


Und dir mögen manche Wendungen des Themas verleidet sein-----> Jep!! :1: :6:
...ABER ich werd NIE in einen Verein eintreten oder sonst irgendeinem Verband angehören!!...

Ja. Und deswegen werde ich nie und nimmer zum Schweigen kommen.


Na, dann hast du bis an dein Lebensende zu tun! Man kann doch nicht ernsthaft wollen, dass alle Welt einem oder mehren Verbänden angehört?? Ja Hallo??

Und jeder der Hund Katz Maus hat auch :4: Tschuldigung, wofür das denn?? :4:
Naja, dann viel Spaß dabei!

Irgendwie schmeißt du mir hier zu viel in einen Topf
LG Ute

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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Mo 5. Mai 2008, 19:15

twiety hat geschrieben: ... Man kann doch nicht ernsthaft wollen, dass alle Welt einem oder mehren Verbänden angehört?...

Aber sicher doch.
Wie im Fußball. Wer als Aktibver regelmäßig trainieren und spielen will, der tut das in einem Verein. Der wiederum ist Mitglied im DFB. Punkt.
Und Stadien werden nur gebaut, weil dem so ist. Und Schulsport Fußball gibt's nur, weil der DFB für die Anerkennung des Fußball gesorgt hat. Und Steuervergünstigungen und Übungsleitergelder, Schiedsrichter und Fernsehübertragungen und, und, und...

Ähnlich segensreich wirken sich Hundesportvereine, Tierschutzvereine, WWF uvam. aus.
Hundesport treiben - am besten noch auf dem kommunalen Hundeübungsplatz - aber lieber in einer "unverbindlichen" Hundesport "IG" statt beim zuständigen Verein Beitrag zahlen ist natürlich viel "cleverer"... :neutral:

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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Bumi » Mo 5. Mai 2008, 20:12

Georg scheint ja wirklich an allem und jedem etwas auszusetzen zu haben. Naja auch diese Leute muss es geben.

Mit Vereinen und Verbaenden habe ich auch schon meine Erfahrungen gemacht
und bleibe diesen besser fern. Vom Feuerwehr zu Musikverein ueber Hundeverein, Rettungshundestaffel und Rotes Kreuz - omg je angeblich hilfsbereiter und scheinheilger desto schlimmer. Feuerwehr war Super, Musik und Hundeverein waren ok aber Rettungshundestaffel (zum DRK gehoerend) und somit Mitgliedschaft im DRK das war die schlimmste Erfahrung bezueglich Verein.

Hier in New Jersey gibt es keine Linedance Vereine. Wie man auf der Webseite sehen kann
www.letsdance-rockaway.com finden an verschiedenen Abenden verschiedene Veranstaltungen statt. Von Anfaenger bis Fortgeschrittene. Man geht hin zahlt seinen Eintritt und ist dabei, von 19 - 22 and Wochenenden bis 24 Uhr. Stompin Sue macht das echt Super und ohne jegliche Verpflichtung und ohne diese Vereinsvetterleswirtschaft.

In Deutschland gibt es fuer Alles einen Verein (manchmal ohne Frage wirklich gut) hier muss man fuer Alles bezahlen ist aber damit auch aus dem Schneider.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von logisch » Mo 5. Mai 2008, 21:25

zu einem gewissen Teil gehört bei mir auch der Hut und ein C&W Outfit zum Linedance.

Nicht immer und nicht überall, aber allein schon dass es eben Tänze gibt, die ohne Hut
einfach nicht richtig vollständig sind halt ich für einen ausreichenden Grund dass ich mein
Modell eben auch mal auf dem Weg zum Übungsabend und retour ein wenig ausführe.
Sonst würde das gute Stück ja daheim im Schrank verstauben - und ein wenig auffallen
darf man ja wohl auch wenn man ins Hinterzimmer vom Gasthof geht, kann ja sein da
wird der eine oder andere der sonstigen Gäste mal ein bischen neugierig, was es denn
mit der Musik da hinten und den Leuten so auf sich hat.

Ich find so ein Outfit, da wo es hinpasst, keineswegs nen Fehler. In der Szene mit den
Saloons gibts einige wirklich umwerfende Ausstaffierungen, natürlich sind nicht alle so.
Ich für meinen Teil hab mir eher was dezenteres zugelegt - will ja keine Modenschau
gewinnen, sondern moderat gemütliche Bekleidung und zum Tanzen tauglich solls sein.

Nur ums klar zu stellen, Boots hab ich keine - wieso auch? Die sollen eine Qual für die
Füsse sein, man kommt erst nicht rein und danach nur schwer wieder raus. Ausserdem
sind die meisten, die wirklich damit "Leistung" zeigen wollen ständig mit irgend welchen
Drahtbürsten dabei ihre Sohlen nochmals auf zu polieren. Kann ich auch, muss ich nicht.

Für mein Verständnis ist Country-Outfit auf dem Weg in ein entsprechendes Event
genauso angesagt, wie ein weisses Kleid bzw. schwarzer Frack am Wiener Opernball.
Oder eben wie ein trickreiches Tüll- und Satin- oder Glitzer-Design für so manches
andere, mehr oder minder meisterliche Tanz-Event. Für mich ist es vor allem eine
Stil-Frage, die sich schlichtweg nicht pauschal mit einem JA oder NEIN beantworten lässt.
Vor allem dann nicht wenn man für sich selber eine "radikale" Festlegung auf Country oder
Non-Country gar nicht treffen möchte, weil man beide Welten nach Musik und Tanz mag.


Ettliche Jahre ist es schon wieder her, da lief im Kino und später im TV der Film Bodyguard...
Eine spezielle Tanzszene gibt es darin - die beiden Stars in irgend einem Saloon, um sie herum
viele Leute in diversen mehr oder minder schlichten Klamotten darpiert. Was machen die
beiden und alle um sie herum? Paartanz! Und die Musik dazu... von einem Mann noch nicht mal
so besonders gut gesungen, angeblich war es Produzent und Hauptdarsteller Costner persönlich.
Der Titelsong "I will always Love you" ist übrigens von Dolly Parton.

Ich kann nur sagen, das was selbst in den hiesigen Saloons immer für das besondere Flair
sorgt ist nicht der Linedance, der ist ne Show-Nummer, aber ein paar gute Two-Stepper sinds,
die dem gesamten Etablissement Würde und Stil verleihen. Während die Liner schon längst
wieder zu irgendwelchen neuen Ufern aufbrechen, in ihrem steten Drang nach was immer,
bleiben die Paare ihrer Musik und ihrer Tanzform viel mehr treu, treiben sie weiter und voran,
zwar eher im Sinne von persönlichem weiter treiben, aber sie haben sich fest gelegt.
Geht ja auch kaum anders als Paar. Zumindest aber nicht von diese auf nächste Woche...
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Josh » Mo 5. Mai 2008, 22:01

Um mal wieder auf des Pudels Kern zurückzukommen. :mrgreen:

Verbände sind:

GCWDA

UCWDC

WorldCDF

NTA



Interessant wären mal die Unterschiede und Zielsetzungen.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Funny » Mo 5. Mai 2008, 22:09

Sondern solche Trittbrettfahrerei als solche auch ansprechen. Ist wie mit der Gewerkschaft - zum Betriebsrat geht man schon, wenn man Ärger hat, die Gewerkschaftsbeiträge spart man sich aber lieber...
Gilt für Katzen, Hunde usw natürlich sinngemäß.
Man kann nicht mitmachen wollen aber sich gleichzeitig als "Ohnemichel" gerieren.


Was bitte hat das mit Trittbrettfahrerei zu tun, wenn ich Line Dance tanzen möchte und dafür nicht einem
Verein beitrete? Bei einem Nichtbeitritt einer Gewerkschaft genieße ich u.U. die Vorteile, die eine solche bei neuen Tarifabschlüssen erzielt - somit "Trittbrettfahrer".
Wieso "Ohnemichel" , wenn ich lediglich "Just for Fun" tanze? Dies leuchtet mir nun irgendwie nicht ein. Und nicht jeder stellt sich hin und verkündet in die Welt hinein, dass sein "Bolzen mit der Blechbüchse" das einzig Richtige wäre, sondern freut sich einfach zu tanzen.
...Aber nur, weil "die Anderen" weiter denken und deinen Part mit übernehmen.

Welchen Part? Choreo's sind allgemein zugänglich, Musik ebenso, und dadurch dass es Internet gibt, ist es mir auch möglich mich zu erkundigen wie ich z.B. einen Shuffle hinbekomme ;-)

o.k. dank der Beiträge von Georg K. weiß manch eine/r die korrekte Ausführung eines Rock Steps :mrgreen:

Ich kann durchaus verstehen, dass Einige nicht einem Verein oder Verband angehören möchten. Und auch ich zahle nur dann auch Beiträge, wenn ich dadurch eine Leistung erhalte, die ich in Anspruch nehmen möchte und wirklich nur dann.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von berline » Mo 5. Mai 2008, 22:12

Ich fände es wichtig, dass klar gestellt wird, dass die IG Just4Fun in keinerlei Konkurrenz zu den Verbänden steht.

Unser Verein (e.V.) wird demnächst in einen Verband eintreten, und trotzdem möchte ich meinen Spaß am Tanzen auch durch die IG zum Ausdruck bringen. Da bin ich kein MITGLIED sondern zeige meine Verbundenheit zum modernen, sauberen Tanzen.

Eine KURZE, DEUTLICHE Darstellung der Unterschiede der Verbände würde mich auch sehr interessieren.
Oder ist das genau so schwer wie bei den politischen Parteien? :10:

@ Funny... wir als Verein werden Vorteile haben. Und ich als Gründerin unserer Gruppe wollte einfach nicht das alleinige Risiko tragen. Der Verein sichert mich ab.
Lieben Gruß, Barbara


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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Josh » Mo 5. Mai 2008, 22:16

Der Vergleich mit dem öffentlich subventionierten Fussball hinkt !

Gerade bei Hundesport gehen die Interessen und Zielsetzungen von Hundevereinen sehr krass auseinander.
Für den einen zählt nur Leistung und sonst nichts. Das sind dann die Hunde die kläffend durch den Agilityparcour rennen.
Zwar schnell, aber im "Zivilleben" eine einzige Katastrophe. Wie hochgezüchtete Rennwagen.
Nur auf Leistung und wenn sie nichts mehr taugen kommen sie auf den Schrott. Das ist bei Whippets gängige Praxis.

Und wieso soll ein Trainer in einem Hundeverein der für seine Mühen nichts bekommt mehr motiviert sein als ein selbstständiger Trainer der seine Kunden behalten möchte :?:

Auch da haben wir ein Konzept entwickelt, daß seit 4 Jahren sehr gut ankommt.
Man kann nicht reich dadurch werden, aber es bleibt was über. Sicherlich bleibt es eine Nische und das soll es auch sein.

Die IG ist und bleibt keine Konkurrenz zu den Verbänden, weil sie ganz andere Ziele hat.
Und die Idee kommt anscheinend an.
LG Josh

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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von logisch » Mo 5. Mai 2008, 22:17

Das mit den Gewerkschaften und Betriebrat ist keineswegs ne Zwangsehe. Bei SAP haben auch irgendwie so 10% der Arbeitnehmer per Gewerkschaft einen Betriebsrat gewünscht. Als dann die Wahl vorbei war sind dagegen vor allem die unabhängigen (=keine Gewerkschaft) Kollegen dort ins Gremium hinein gewählt worden.

Das wäre ja so wie wenn in der Schweiz plötzlich nur noch Parteien Gesetze machen würden und der Einzelbürger seine Stimme für jeweils die nächsten 4 oder mehr Jahre abgeben müsste.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Funny » Mo 5. Mai 2008, 23:02

@ Funny... wir als Verein werden Vorteile haben. Und ich als Gründerin unserer Gruppe wollte einfach nicht das alleinige Risiko tragen. Der Verein sichert mich ab.


Berline, genau das meinte ich. Weil es einfach Vorteile mit sich bringt, tritt man einem Verein bei und weil man die Leistung in Anspruch nehmen will, die geboten werden.
Wir sind auch einem Verein beigetreten und zwar genau deswegen und aus noch einigen anderen Gesichtspunkten wie Versicherung und GEMA - und weil der Verein eine Räumlichkeit bietet, die geradezu ideal ist.

Dennoch muss doch nicht jeder der "Freizeit Line Dancer" einem Verein oder Verband angehören.

@Josh --- habe ja auch nicht gesagt, dass es auf diese "Just for Fun" Line Dance Weise ( um es mal so auszudrücken) gelingen wird, hervorragende tänzerische Leistungen zu erzielen. Das wollen einige auch gar nicht. Zumindest kenne ich solche und solange diese sich dann nicht hinstellen und sagen dies sei Line Dance in "korrekter und vollendeter Form ist" es doch auch in Ordnung.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Konstantin » Mo 5. Mai 2008, 23:51

So, jetzt wage ich mich auch mal aufs Glatteis
Georg Kiesewetter hat geschrieben: Aber sicher doch.
Wie im Fußball. Wer als Aktibver regelmäßig trainieren und spielen will, der tut das in einem Verein. Der wiederum ist Mitglied im DFB. Punkt.

Machen wir doch mal hier keinen Punkt sondern ein Komma, denn es gibt massenweise genug sogenannte Wirtshausfußballer, die auch einmal die Woche trainieren (wenn sie lust haben) und gegen andere antreten. Die sind in keinem Verband, aber deshalb Trittbrettfahrer nur weil die "bolzen" wollen wenn ihnen danach ist? Die ändern auch so manche Regel, die es im DFB gibt. Sage nur, 3 Ecken ein 11er (wer das kennt). Aber egal wir sind ja beim Line Dance und da will ich auch bleiben.

Wir Line Dancer sind als Sparte in einem Tanzsportverein, der widerum beim DTB ist. Einen Verband muss es auch geben wie den DFB oder DTB. Die sind auch unterteilt in Landesverbänden, die Leistung erbringen wie z.B. Fortbildungskurse, Ausbildungen von Übungsleiter bzw. Trainer, legen Regeln der jeweiligen Sportart fest und haben auch ihre Ligen in der die Tänzer gegeneinander antreten können (Landesliga, Bezirksliga, Bundesliga). Gibt es bei uns leider nicht.

Nun gibt es noch den BFCW, dem wir seit einigen Monaten angehören und viel Geld berappen :roll:
Es ist für mich in Ordnung dass es einen Verband gibt, der festlegt wie ein Shuffle (ChaCha) oder Lock Step auszuführen ist, muss ich aber deshalb dem Verband beitreten? Nööö...muss ich nicht, bin aber auch kein Trittbrettfahrer Herr Kiesewetter, weil wir ja im Verband sind :mrgreen:

Wobei ich mich frage für was? Der DTB gibt Newsletter heraus, bildet in den Landesverbänden Übungsleiter und Trainer aus, gibt Seminare. Vom BFCW habe ich derartiges bis jetzt noch nicht angeboten bekommen oder irgendwelche News. Da muss ich extra auf deren HP gehen um Neuigkeiten zu erfahren, wann z.B. German Master oder Deutsche Meisterschaft ist. Sollte ein Verband nicht seine Mitgliedsvereine über solche Veranstaltungen in einem kurzen Anschreiben informieren? So viele Vereine sind da nun auch noch nicht organisiert.

Um an einem Semiar teilnehmen zu können, muss ich von Hamburg in den Süden donnern und das bei einem Bundesverband!!! Der vom Landesverband verweist auch nur auf den Süden. Bin mir sicher, es würden noch mehr an Seminaren oder Ausbildungen teilnehmen wollen, wenn es im Norden angeboten werden würde. Der Süden hat doch gar kein Interesse am Norden, so wird es nix mit organisiertem Line Dance hier oben :8:
Für was bin ich denn extra hier rauf :4:

Wollen aber doch trotzdem den Spaß am tanzen nicht verlieren und soviel habe ich ja schon ewig nicht geschrieben. Meine Mom wäre froh wenn ich ihr mal soviel erzählen würde :7:
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von alabama-linedancer » Di 6. Mai 2008, 00:25

Hallo Konstantin,

da du ja am Wochenende auch beim NCWDC bist, können wir uns ja mal über das Thema unterhalten. Und damit man mich auch erkennt, werde ich am Freitag meinen Nickname auf meinem T-Shirt stehen haben.

Gruß
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Konstantin » Di 6. Mai 2008, 07:14

Hallo Matthias,
können sehr gerne darüber reden. Werde Dich sicher erkennen mit Deinem Namen auf dem Shirt, ich bin auch nicht zu übersehen :mrgreen:

Sind auch schon Freitag in Hamburg nur am Sonntag nicht mehr.

LG
Konstantin
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Di 6. Mai 2008, 08:27

Josh hat geschrieben: ...Verbände ...

Äh - nee. Verbände sind das nicht.
Deutscher Sport Verband im Sinne des Wortes ist von den genannten nur die "GCWDA" - und die gibt es nichtmehr.
Die heißt jetzt 'Bundesverband Cozuntry Western Tanz' (BfCW).

Ich versuche mal die deutsche Sportlandschaft zu skizzieren.
Förderung des Sportes ist in Deutschland staatliche Aufgabe. Statt sie mit Beamten unmittelbar wahrzunehmen wurde sie dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) übertragen.
Von dort geht es auf zwei Organisationssträngen, dem fachlichen und dem überfachlich-regionalen, abwärts.
Überfachlich-regional besteht der DOSB, der förderalen Struktur der Republik folgend, aus den Landessportverbänden (...LSV).
Fachlich aus den Spitzenverbänden des deutschen Sportes (Deutscher Fußball Bund, Deutscher Turnerbund, Deutscher Tanzsportverband (DTV)).
Diese Zweigliedrigkeit setzt sich in den Mitgliedsverbänden des DOSB natürlich fort.
Der DTV besteht also regional aus den Landestanzsportverbänden (LTV...). Fachlich aus den Fachverbänden wie Deutscher Rock And Roll Verband, Bundesverband für Karnevalistischen Tanz oder Bundesverband Country Western (BfCW).
Diese Verbände bestehen aus Mitgliedsvereinen. Jeder Mitgliedsverein gehört regional also zu seinem LSV und zu seinem LTV. Und fachlich, idR, zum jeweiligen Landesverband seines Fachverbandes. Für Country Western Tanz haben sich bislang noch keine Vereine zu Landesverbänden Country Western Tanz (LfCW) zusammengefunden. Die Landesebene fehlt (noch).
Jeder Sportler schließlich gehört seinem Verein an.

Alles was in dieser Organisationsstruktur nicht auftaucht ist kein Verband im deutschen Sport.
Der regionale Strang ist für die Förderung des Breitensportes, der fachliche Strang für den Leistungs- und Spitzensport zuständig.
Wesentliche Aufgabe ist es die Gemeinnützigkeit und Förderungswürdigkeit ihrer Mitglieder herzustellen und zu halten. Auf dieser Grundlage findet dann die Verteilung der staatlicherseits bereitgestellten Sportfördermittel statt.
Regional, abhängig von der Kopfzahl, in Form von Bezuschussung der Trainerkosten, des Turnierbesuches, der Anschaffung von Großgerät, des Sportstättenbaus, des Sportstättenunterhalts, der Weiterbildung der ehrenamtlich im Sport Tätigen usw.
Fachlich, abhängig von den sportlichen Erfolgen, in Form der Bezuschussung von Kadertrainern, Spitzenathleten, Unterhalt von Trainingsstützpunkten und Wettkampfstätten.
Wir reden übrigens, je nach Haushaltslage, von mehreren Hundert Millionen Euro pro Jahr...


Nun noch ganz kurz zu den Organisationen, die keine deutschen Sportverbände sind:
Union of Country Western Dance Councils (UCWDC)
Ursprünglich ein Zusammenschluss US-amerikanischer Turnierveranstalter, der sich dann überregional ausgedehnt hatte. Falls ich es richtig beobachtet habe, sind diese in Deutschland nicht mehr aktiv.

An diese Stelle ist die World Country Western Dance Federation (WCDF) getreten.
Auch die kein Teil des offiziel anerkannten deutschen Sportes. Wenn ich richtig informiert bin, ebenfalls auf die Durchführung von Turnieren orientiert.

Die National Teachers Organisation (NTA) ist ein Zusammenschluß, ursprünglich von US-amerikanischen CW Tanzlehrern. Heute hat die NTA Mitglieder in aller Welt. Auch sie ist nicht Teil der offiziellen deutschen Sportlandschaft.

OK - tut mir leid wenn jemand weniger lesen kann, als ich schreiben musste.
Kürzer wäre der Sache nicht gerecht geworden...

Servus
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Di 6. Mai 2008, 08:45

Konstantin hat geschrieben: ...sogenannte Wirtshausfußballer, ... sind in keinem Verband, aber deshalb Trittbrettfahrer nur weil die "bolzen" wollen wenn ihnen danach ist? ...

Ja. Ganz eindeutig.
Von den Sportanlagen bis zum Regelwerk. Den Kenntnissen der Trainer bis zu den Schiedsrichtern, der Industrie, die genormte Ausstattung und Ausrüstung herstellt bis zum Mitgliederinteresse - alles resultiert aus der Tätigkeit des DFB!

Wir Line Dancer sind als Sparte in einem Tanzsportverein, der widerum beim DTB ist.

Ich hoffe mal, das dass nicht stimmt.
Der DTB ist der Deutsche Turner Bund.
Da gibt's auch 'ne Menge Trittbrettfahrer. In Bayern ist die Rede von 24 000 Tänzern, die nicht dem Landestanzsportverband Bayern des DTV angehören. Da saugt der DTB dem DTV Mitglieder und damit Fördermittel ab. Natürlich wird damit bei den Turnern nicht der Tanzsport, sondern der Turnsport gefördert. Für Turner ist das gut. Die Tänzer im DTB sind die "nützlichen Idioten", die's möglich machen :4: ...

BfCW und DTV sind keine verschiedenen, keine nebeneinander bestehenden Organisationen. Der BfCW ist vielmehr ein Teil des DTV. Nämlich derjenige Teil, der dort, im DTV, für die Förderung des Country Western Tanzsportes zuständig ist.
Country Western Tanzsport zu betreiben, organisatorisch die eigenen Mitglieder aber als StaLat Tänzer zu behandeln, leitet Mittel, die dem CW Tanz "gehören" in die Taschen der StaLat Vereine um. Die freuen sich wie die Turner...
Um 160 €/Jahr Beitrag an den BfCW zu sparen schadet man so den Kollegen, dies nicht tun und nutzt den anderen. Respekt!

Servus
Georg

P.S.: StaLat Tänzer, die nur auch (mal) CW tanzen, für die gilt meine Kritik natürlich nicht. Gleiches gilt für "hauptsächliche" Turner, die nur ab und an auch mal tanzen.
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Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Georg Kiesewetter » Di 6. Mai 2008, 09:54

Funny hat geschrieben: ...Weil es einfach Vorteile mit sich bringt, tritt man einem Verein bei

Ach ja. Das ist ein wichtiger Satz.
Sportler gehören keinem Verband an. Die können sich das ganze Organigramm schenken und brauchen über Verbände und deren Arbeit reineweg garnichts zu wissen.
Für einen Tänzer beginnt und endet endet alle "Kompliziertheit" bei seinem Verein :) !

...Dennoch muss doch nicht jeder der "Freizeit Line Dancer" einem Verein oder Verband angehören. ...

Leider. Die Zahl der organisierten, d.h. als Vereinsmitglieder tanzenden Sportler, ist nämlich direkter Maßstab für die Durchsetzungsfähigkeit, die öffentliche Wahrnehmung, die finanzielle Ausstattung und damit die Wirksamkeit eines Sportverbandes.
Und diese Tätigkeit kommt, wie bereits gesagt, stets auch den Nichtmitglieder zugute. Und jeder der sich keinem Verein anschließt "existiert" nicht. Er zählt nicht. Er mindert die Wirksamkeit seines Verbandes. Er schwächt die Position aller.

Das ist so offenkundig und liegt derart auf der Hand, dass es mich schon verwirrt, dass man über derlei Selbstverständlichkeiten Atemluft verschwenden muss :(


Servus
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Maniac Cowboy

Re: Zu was sind Verbände alles nütze?

Beitrag von Maniac Cowboy » Di 6. Mai 2008, 10:32

In Bezug auf John Wayne und Westernhut:
Es kommt ja noch drauf an welche Tracht man trägt.
Bei mir sind Colts, Messer, Sporen und dieser Oldstyle-Krempel absolut verpöhnt, weil es mit Country Music und Line Dance nichts zu tun hat.

In Bezug auf Boots, Buckles und Co:
Für mich gehört ein Hut, Stiefel und das entsprechende Outfit dazu.
Aber jedem das seine. Nun kommt es darauf an wie ich trotzdem gekleidet bin.
Mir gefällt der moderne Stil von heute mehr als der vor 100 Jahren.
Keine Fransen, keine federn, kein Fuchsschwanz am Hut.
Einfach Jeans, Stiefel, Hut, Buckle und Westernhemden der heutigen Zeit.
Meine Hosen und Kopfbedeckung können variieren, je nach wo es ist und wie das Wetter ist.
Dann zieh ich manchmal einfach mein Basball-Cap an und ziehe Jeans an, die ich entworfen habe und appliziert.
Mein Hut entspricht auch der moderneren Zeit, so wie Brag Paisley oder Alan Jackson sie tragen. Aber diese Südstaatenhüte sind bei mir verpöhnt.

Thorsten

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